Katzen – Ernst Jünger

Ihre Nähe ist gut für Menschen von ruhiger, betrachtender Lebensart. Die alten Frauen lieben sie sehr. .. Dem musischen Menschen leistet die Katze bessere Gesellschaft als der Hund. Sie stört die Gedanken, Träume, Phantasien nicht. Sie ist ihnen sogar günstig durch eine sphinxhafte Ausstrahlung. ..

Richtig ist, dass die Katze nicht an der Person hängt; sie ist nicht treu wie der Hund. Dafür liegt ihr die sklavische Ergebenheit fern. …

Der Katze fehlt die unmittelbare starke Sympathie zur Person, die dem Hunde gegeben ist. Er ist der Begleiter des aktiven, wachsamen Menschen, vor allem des Jägers und des Hirten – schon in den frühesten Lagerfeuern muss er sich zu ihm gesellt haben. Das ist echte Symbiose, ein enges Zusammenleben und auch etwas mehr. ..

Die Katze hingegen ist ein Tier nicht des Lager-, sondern des Herdfeuers. Bei ihr schuf nicht die Lebensart des Menschen, sondern sein Wohnsitz die Gemeinschaft; es ist mehr ein Zusammenwohnen, das sie verbindet – weniger Symbiose als Synözie. …

Es liegt daher in der Natur der Dinge, dass die Katze die Gesellschaft der Einsamen sucht. Sie gehört zur anderen Seite des Menschen – dorthin, wo er behaglich die Muße genießt, wo er Ideen nachhängt, dichtet, phantasiert und träumt.

Quelle: Sämtliche Werke. Zweite Abteilung Essays V. Band 11 Parerga zu “Annäherungen” – Ernst Jünger: Hommage an die Katzen http://denkstil.bankstil.de/ernst-juenger-hommage-an-die-katzen

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2 Respuestas a “Katzen – Ernst Jünger

  1. Pingback: B | TransMillennium

  2. Los que aman con fervor y los austeros sabios,
    cuando ya son maduros, del mismo modo aman
    al poderoso y dulce gato, orgullo de casa,
    que también es friolento y también sedentario.

    Amigos de la ciencia y amigos del deleite,
    el silencio y horror de lo oscuro les basta;
    y si humildes pudieran doblegar su arrogancia
    los nombraría el Erebo sus fúnebres corceles.

    Cuando sueñan imitan los nobles ademanes
    de esfinges que se tienden allá en las soledades
    que parecen dormir algún sueño sin fin;

    Y sus lomos se llenan de mágicas centellas,
    y doradas partículas, como la arena fina,
    vagamente iluminan sus místicas pupilas.

    Les amoureux fervents et les savants austères
    Aiment également, dans leur mûre saison,
    Les chats puissants et doux, orgueil de la maison,
    Qui comme eux sont frileux et comme eux sédentaires.

    Amis de la science et de la volupté
    Ils cherchent le silence et l’horreur des ténèbres;
    L’Erèbe les eût pris pour ses coursiers funèbres,
    S’ils pouvaient au servage incliner leur fierté.

    Ils prennent en songeant les nobles attitudes
    Des grands sphinx allongés au fond des solitudes,
    Qui semblent s’endormir dans un rêve sans fin;

    Leurs reins féconds sont pleins d’étincelles magiques,
    Et des parcelles d’or, ainsi qu’un sable fin,
    Étoilent vaguement leurs prunelles mystiques.

    https://revistavirtualquimera.com/2024/08/06/los-gatos-charles-baudelaire-version-de-fabian-espejel/

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