Привет, Лина. С новым годом.05:42 AM

„Pfliege ist der Tod der Liebe. Liebe ist der Tod der Pflicht.“ — Game of Thrones.

«Seit du angekommen bist, geben mir alle Steine ​​Schutz und jetzt ist dein Körper eine Heimat, ich habe einen Stachel und einen guten Feind.» — Vetusta Morla, Finisterre.

«Ich bin schon längst nicht mehr»

Traurig bin ich schon Länger nicht mehr da gewesen.

«La vie est un rêve, non?

«Oui. La vie est un rêve dans un rêve.

«Das Leben ist ein Traum in einem Traum.

«… werden wir über Trauer reden, die Bedeutung von Ritualen, Resilienz, Bewusstwerdung und Erleben des Kontakts zu Verstorbenen.

«Zu Gast: Dr. Boris Cyrulnik, Neuropsychiater, Essayist und Ethologe. Dr. Christophe Fauré, Psychiater und Psychotherapeut, und der Journalist Stéphane Allix, Autor und Gründer des Instituts für Außergewöhnliche Erfahrungen.

«Christophe Fauré über den Trauerprozess: „Trauer ist ein natürlicher Prozess, der unserem Wesens immanent ist und die Heilung der Wunde begleitet, die den Tod eines anderen verursacht. Dieser Prozess führt zum Abheilen dieser Wunde und macht aus der objektiven Verbindung mit der Person, die wir hören sehen, umarmen könnten, eine innere subjektive Verbindung, die wir nie wieder verlieren werden… nicht Vergessen, sondern Introjektion, die völlige Verinnerlichung der Gegenwart der geliebten Person“.

«Wenn Sie trauernde Menschen kennen und sich hilflos fühlen, rät Dr. Fauré, in einen Dialog zu treten. Man muss darüber reden. Fragen Sie, wie Sie zu dem Toten standen, wie er gestorben ist, nach Erinnerungen. Den Namen auszusprechen hilft den Trauernden bei der Interaktion und Internalisation.

«Auch Rituale begleiten den Trauerprozess. Boris Cyrulnik: „Wir können einen geliebten Menschen, der in unseren Erinnerungen weiterlebt, nicht einfach so verrotten lassen. Wir lieben jemanden, der nicht mehr ist. Es muss eine Grabstätte her, erfunden von Herrn und Frau Neandertal: Wir betten den Körper auf bedeutsame Art, werfen Blütenblatter, geben Proviant für die Reise ins Jenseits, vergießen Tränen. Die Neardentalen konnten sprechen. Sie taten dasselbe wie wir, wenn wir geliebte Menschen verlieren: Wir ritzen ihre Namen in einen Stein. Dadurch bleiben sie lebendig. Wir bringen ein Foto an, legen Blumen nieder, damit die Erinnerung lebendig bleibt. Obwohl wir wissen, dass sie tot sind. Die Inszenierung von Trauerritualen, und jede Kultur hat ihre eigenen, bewahrt die Würde der Verstorbenen und auch unsere. Denn den Leichnam verrotten zu lassen, würde uns zutiefst beschämen. Wir brauchen eine Grabstätte. Und wir brauchen Rituale. Wir weinen, aber die Gemeinschaft verleiht dem Tod Bedeutung. Die erste Reaktion war also die Grabkunst. Die der Ägyptergraben wir bis heute aus, studieren ihre Lebensbedingungen, die sich im Tod wiederspiegeln. Die Wahrnehmung des Todes ist anders. Ein töter Körper ist eine Leiche. Tod ist Spiritualität.»

«Im Westen hält man den Tod auf Abstand… Verbunden mit technischem Fortschritt. In den 50ern und 60ern verbannte man alle Rituale aus dem häuslichen Umfeld. Die alten Bräuche… was zu dieser Distanz führte zwischen dem Sterben und der Gesellschaft. Der Tod wird medizinisch. Techniker und Experten kümmern sich…

«(…) … und das Gehirn funktioniert wieder. Beruhigt man sie nicht, hört es auf. Es zeigt keine Aktivitát mehr. Man muss sie also zunächst beruhigen und dann ermutigen, um dem Geschehenen einen Sinn zu geben. Sie müsser reden. Reden wirkt affektiv. Es löst Gefuhle aus. Man versteht, warum etwas passiert ist und wie es witergeht. Biologie und Psychologie spielen hier mit. 

«Wie funktioniert die traumatische und wie die gesunde Erinnerung?

«Die gesunde Erinnerung ist progressiv. Die Erinnerung an das Geschehene wird umgeschrieben. Sie bringt die Vergangenheit nicht zurück, sie repräsentiert die Vergangenheit, unsere Vorstellung des Geschehenen. Letztere verändert sich mit der Zeit und unseren Beziehungen. Wir sehen Dinge irgendwann anders. Im Alter sind unsere Kindheitserinnerungen weniger lebendig als in der Jugend. Die Darstellung der Vergangenheit verändert sich. Das ist die gesunde Erinnerung. Sie entwickelt sich. Die traumatische Erinnerung ist statisch.

„Nur Frauen, Kinder und Hunde werden bedingungslos geliebt. Ein Mann wird nur unter der Bedingung geliebt, dass er etwas gibt.“ – Chris Rock

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Ich habe Lust in einem Bleistiftspitzer zu rauchen

Normalerweise rauchen die Leute nicht Rosin. 

Es kann stark sein.

«Contemplaba extasiada el cielo color añil. Y me quedé ahí, entendiendo que yo adoro a mi Brasil. Mi mirada se posó en la arboleda que existe empezando la calle Pedro Vicente. Las hojas se movían, pensé: ellas están aplaudiendo mi gesto de amor a mi patria…»pero mi patria no es esta de las iglesias de todo tipo y para todos los gustos en cada esquina, a pesar de que en una de ellas, en una de las más curiosas de ellas es que te haya conocido en medio de los ritos y los cantos que me costaba entender.

Mi patria, en cambio, es esa de todas las músicas que escuchábamos esa tarde de domingo que me llevaste en tu carro a las playas de Algodoal a bañarnos en las grandes olas de agua dulce y nos acostamos en la arena de caña a comer los salados camarones que vendían justo al lado de la rodoviaria.

En realidad nada pasó así. Miento tanto que mis recuerdos son mentiras.

Me la paso todo el tiempo desnuda intentando recordar lo que vivimos juntas, pero de ti me quedan apenas vagos recuerdos de cosas que me decías en el idioma que aprendí casi exclusivamente de ti en tu casa, en tu pueblo y en tu país chamado Sao Francisco do Pará:

“Deixa te falar”

“Lembra que os beijos não são contratos”

Merda! Odeio n~ao poder lembrar de tudo e sentir esse sentimento t~ao embriagante que sentia de só te ver caminhar pela casa do Lauan, quando ele me convidou a passar Natal com voc~es para eu n~ao ficar sozinho, doid~ao e ubriaco no Belém, nesse dezembro de chuvas constantes no Portal d’Amazonia.

Eu tive que ter ficado, penso as vezes, em que lembro de novo do teu sorriso relaxado e em paz com que voc~e me olhaba quando voc~e reparava em mim. Você m’ensinou a escovar ou fazer com a vassoura, nem sei como dizer. Tantas palavras e músicas lindas que de solo ouvir de novo me lembra sempre dessa tarde de domingo juntos no carro falando numa lingua que os dois podiamos compreender.

Avô, vôvô, nem sei dizer.

N~ao me sentia sólo ao seu lado ao compartilhar nostras solid~oes pegando lanches com suco de cacau. meu favorito como você foi.

Afastei e voltei a minha solid~ao e pena sem a abandonar ela depois desses 7 anos em que voltei deixando voc^e là. Poderia eu ter sido um bom homem? Poderia ter ensinado linguas na escola do Sao Francisco, trabalhar com o Lauan, ele era muito honesto e bom amigo. Fico xxxxxx de saver que ele e a Camila n~o est~ao mais juntos. Nem vou saver por quê ele está agora com outra menina que n~ao é t~ao linda como a Camila. Ele deve ter tido uma boa raz~ao. n~ao como eu. Chorei ao voltar e te deixar là, mas menti você quando disse que eu amaria de verdade. Se eu te tivesse amado de verdade eu n~ao te teria mentido como te menti. Um bom homem n~o faz o que eu tenho feito contigo. Saudades de vocês. Saudade é uma palavra perigosa porque faz sentir tristessa pela falta de só pronunciar essa palavra. Palavr~ao.

» Ich will nicht mehr mit Ihnen schlafen. Ich will raus von diesem Motel.

» Ich denke, dass Schreiben ist dir nicht gut. Wenn du schreibst, deine schlechte Ideen tun mir weh. Du schreibst wie du schreibst, weil di nicht akzeptieren willst, dass ich deine Frau bin.

» Nein. Ich bin nicht zufrieden, womit im Restaurant passiert hat.

» Ich verstehe dich nicht.

» Exakt! Erinneren Sie sich nicht, dass wir aus dem Restaurant geschmissen wurden? Warum?

» Und du denkst, dass ich dein Sinn lesen muss.

» Nein. Sie denken, dass Sie alles verstehen, auch wenn Sie nicht mich lesen, sogar als Sie mir versprechen hatten. Bitte lassen Sie mich raus. Ich wollte hier nicht mit Ihnen sein. 

» Denn warum bist du hier?

» Sie haben mich im Taxi bedroht. Bitte lassen mich gehen. Ich habe Ihnen schon gesagt, ich würde nicht mit Ihnen wieder schlafen.

» Ich wollte nur mit dir reden, um die Dinge richtig machen.

» Nichts wird wieder Richtig sein, nichts war jemals richtig zwischen uns. Sie widern mich an. Sie sollen mich gehen lassen!

» Bitte bleib. Berühre mich wie früher. Du tust mir weh.

» Nein, wir tun uns weh. Ich liebe dich nicht!

» Aber ich liebe dich und ich weiss, dass du mich liebst. Bitten lüge mir nicht!

» Du sagst „ich liebe dich“, wenn du von mir etwas willst.

» Ich sage, dass ich dich liebe, wenn immer es am meisten gebraucht wird.

» Wir lügen uns an, wenn wir „ich liebe dich“ uns wiedersagen, als ob es ändern wurde, was wir einander angetan haben. Ich bin dir nicht gut, du bist nicht mir gut.

» Bitte sag das nicht. Wir lieben uns noch. Warum hast du mir gesagt, dass du mich liebst?

» Ich habe Sie angelogen und es tut mir leid. Dafür müssen wir uns schneiden. Sie hatten mir versprochen, dass wir nur eine Profesionelle Beziehung haben wurden. Wir können nicht die Fehler der Vergangenheit wieder machen. Allerdings haben Sie mich angelogen. Das war nur eine Falle. Diese Arbeit ist eine Lüge. Diese politische Kampagne ist eine Lüge. Das habe ich dir doch schon hundertmal erklärt: ich will mit Ihnen nie wieder sein. Lassen Sie mich rausgehen!

» Ich werde nicht von hier mich bewegen. Du bist mein Mann und ich bin deine Frau. Wir haben alles erlebt. Ich habe alles für dich gemacht. Glaubst du wirklich, dass ich es nicht behalten wollte? Ich habe es getan, um bei dir zu sein und neu anzufangen.

» Ich mag nicht, was es an mir ausmacht, mit dir zusammen zu sein. Was für ein Mann hat eine Beziehung zu einer Frau wie dir? Ich habe mit besseren Frauen als dir Schluss gemacht, nur um mit dir zusammen zu sein. Ich habe sie angelogen, ich habe sie mit dir betrogen. Ich zog von meiner Familie weg nur mit dir zu sein. Ich hasse den Mann, der ich bin, wenn ich bei dir bin. Ich hasse den Mann, der ich geworden bin.

» Hör auf, mich für das zu beschuldigen, was du bist! Du hast mich so gewählt, wie ich bin und mir gesagt, dass du mich liebst. Ich bin die Frau, die du verdienst, und du bist der Mann, den ich verdiene. Wir spiegeln uns mit unseren Vorzügen und Fehlern wider. Deshalb bist du gerade bei mir und nicht bei einer anderen Frau.

» Dich zu lieben ist keine Schuld, die ich jemals bezahlen kann. Ich durfte nicht ein Leben von uns bringen, aber wenn doch, könnte ich es nicht zulassen, dass du es erhöhst. Ich habe Ihnen gesagt, dass ich bereit bin, gegen das Sorgerecht anzukämpfen. Ich habe mit Ihnen einen Fehler gemacht, infolgdessen mussen wir noch mal neu anfangen. Getrennt.

» Du hast mich dazu gebracht. Ich werde allen erzählen, dass du mich dazu gezwungen hast.

» OK! Erzähl es ihnen. Aber bewegen Sie! Weg!

» Ich werde ihnen schreien, dass du mich berührt hast. Ich werde das so weit unterstützen, dass du dir keine Sorgen zu machen brauchst. Ich kann dir so weit folgen.

» Ich hatte mich entschieden. Alles wurde sich ändern.

» Ich habe auch mich entschieden und ich werde mich daran halten, dich nie wieder zu gehen lassen.

Voy a publicar así, sin más edición o corrección de estilo para sacar los recuerdos semiincoherentes que cargo y que expreso en códigos que me protegen de mi mismo. Lenguajes que ya no hablo porque hacerlo descifra en mi cosas que normalmente despersonalizar, traduzco, deduzco y malinterpreto de manera semicoherente a manera de darle un poco de sentido y narrativa a los datos sueltos que cada día más y más dejo de recordar como diálogo y texto mental y más como un vidrio roto. Sé que no debería publicar porque nadie me lee, ni siquiera yo leo lo que escribo.

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Hermeneutik des eigenen Lebens

Manchmal habe ich das Gefühl, dass alles, worüber ich nachdenke, einfach aufgeschrieben werden könnte, indem ich Bruchstücke und Zitate aus dem nehme, was andere zuvor auf andere Weise gesagt oder geschrieben haben.

Es ist, als wäre ich eine künstliche Intelligenz, die automatisch darauf programmiert ist, verschiedene Quellen in das zusammenhängende Durcheinander meiner Gedanken zu kopieren, einzufügen und neu zu organisieren.

Daher sind die Texte, mit denen ich mein Leben erzähle, keine Originale, sondern ein Sammelsurium von Erfahrungen, die andere schon ausführlicher erlebt haben als ich. Nichts was ich geschrieben habe ist eine Aufdeckung von Plagiat.

Die Texte, die man liest, auch wenn sie nicht noch einmal gelesen werden, sie verändern unser Weltanschauung und beeinflussen uns wie wir spätere Erfahrungen lesen und sie in unserem Kopf schreiben. Irgendwie heisst Leben, Texten zu interpretieren und ihren Author zu vergessen. Plagiat.

Jemand, den ich gelesen habe, muss schon etwas Änliches schrieben, genauer und besser geschrieben als das, was ich denke und gedacht habe. Begehe ich einem Plagiat, weil ich einigen Autoren vor mir nicht zugeschreibe, unabhängig davon, ob ich die gelesen habe oder nicht.

Daher sind die Texte, mit denen ich mein Leben erzähle, keine Originale, sondern ein Sammelsurium von Erfahrungen, die andere schon ausführlicher erlebt haben als ich.

Es fühlt sich so eingeschränkt an, nicht erzählen zu können, was ich erlebt, gefühlt, gelesen, gedacht, geschrieben oder erlebt habe, dass ich mit dem wenigen Wortschatz, den ich habe, im allgemeinen Schema dessen bleibe, was ich halb erinnern und halb sagen kann.

Bitte verlieren Sie nicht die Anführungszeichen oder Scholien zu einem impliziten Text aus den Augen, die ich zu einigermaßen verständlichen Sätzen zusammensetzen kann.  Ich plagiiere immer versehentlich.

Das ist kein „Humblebragging» —wie ich in einer Streaming-Show gehört habe—, aber meine Wahrheit oder was ich gerade glaube, meine Wahrheit zu sein.

In meiner Muttersprache vermeide ich seit geraumer Zeit genau das: das Schreiben in der ersten Person.

«Escribir es la única manera de distanciarse del siglo en el que le cupo a uno nacer.» — NGD (Auf Deutsch: Schreiben ist die einzige Möglichkeit, sich von dem Jahrhundert zu distanzieren, in dem man geboren wurde.) ( http://don-colacho.blogspot.com/2011/03/2988.html?m=1 )

Ich schreibe jetzt, um denken zu können. Ich schreibe im Moment auf Deutsch, um in einer anderen Sprache denken zu können, sowie um die nötige Distanz zu gewinnen, um immer mehr mit der Klarheit zu sehen, die mir fehlt, (((weil))) ich so in meinem Kopf feststecke.  Ich schreibe in der ersten Person, um mein Leben mit den Augen der Figur sehen zu können, die dieses Spiel für mich spielt.

Mit den Augen des Charakters dieses Spiels —der dieses interpretatives Spiel für mich spielt— sehe ich, was ich von meinem Leben gemacht habe und ein paar Lektionen in den letzten Monaten gelernt habe:

  1. Man muss sich nicht mit niemandem vergleichen,denn tatsächlich wird jeder unter anderen Bedingungen geboren und eine absolute Gleichheit ist unmöglich.
  2. Wir lesen uns selbst so, wie wir es verdienen, gelesen zu werden.
  3. «If you’re watching, it’s for you» (Alone aka The Last Psychiatrist: https://thelastpsychiatrist.com/2008/08/if_youre_watching_its_for_you.html ): Wenn Sie zusehen, ist es für Sie.
  4. Vedremo le stesse cose insieme, se leggiamo gli stessi testi: Wir werden gemeinsam die gleichen Dinge sehen, wenn wir die gleichen Texte lesen.
  5. Die teuersten Texte sind die, die wir halb gelesen haben. Es gibt keine teurere Stilkorrektur als die kostenlose. 
  6. Die offizielle Geschichte des Staates erzeugt ein illegales Deutungsmonopol. Der Staat generiert keine Texte, er entfernt sie nur von einigen, um die Stimmen anderer zu kaufen. Zensur erzeugt Verzerrungen auf dem Textmarkt.
  7. Wir sind dafür verantwortlich, unsere Texte so zu bearbeiten, wie wir sind, und die Konsequenzen unserer Entscheidungen zu tragen. 
  8. Wir sind dafür verantwortlich, das zu tun, was wir können, mit dem, was wir sind, und die Konsequenzen unserer Entscheidungen zu tragen.
  9. Wenn wir unseren Text nicht entsprechend unserer Identität korrigieren, müssen wir die Konsequenzen ziehen und weitermachen, denn Weinen ist Zeitverschwendung und das Leben ist kurz.
  10. Wir verdienen unsere eigenen Missverständnisse. Das bedeutet, dass es unsere Verantwortung ist, uns klarer zu kommunizieren, wenn die Leute uns nicht verstehen. Das ist keine Entschuldigung dafür, jemandem die Schuld zu geben, sondern als Ansporn, sich zu verbessern, ohne sich darüber beschweren zu müssen, dass die Reichen, die Regierung, die Eltern für unser Schicksal verantwortlich sind.

Das Leben präsentiert mir eine Erzählung, dass ich in den Text meiner Erfahrungen, Gedanken und Gefühle aufzunehme. Niemand kann den eigenen Lebenstext interpretieren, ohne diesen Interpretationsrahmen zu berücksichtigen. Alles, was ich tue, fühle, denke, erinnere, spreche und schreibe, ist von früheren Interpretationen inspiriert. Gleichzeitig verändern diese Interpretationen meine Erfahrungen, meine eigenen inneren Erzählungen, meine eigenen Träume und zukünftigen Interpretationen der Tatsachen meines eigenen Lebens. Wie auch immer, die Interpretation und ständige Bearbeitung meines Lebenstextes ist keine passive Erfahrung, sondern eine aktive Handlung, die nicht dem Schicksal oder äußeren Kräften überlassen werden darf.

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Wiederkehr ohne Rückkehr

«Das Leben ist die ewige Wiederkehr des Immergleichen» – Friedrich Nietzsche

«Même si rien ne change, si je change tout change.» – Marcel Proust

— Wenn du heute im Lotto gewinnen würdest, was würdest du mit dem Rest deines Lebens machen? – fragte Eris mich.

— Es gibt einige Fragen, die wir uns besser nicht stellen sollten, wenn wir high mit Rosin sind, oder wir könnten einen schlechten Trip haben – murmelte ich.

— Welche 3 Dinge möchtest du wirklich im Leben erreichen? – Sie bestand darauf, während sie ihre Frage umformulierte.

— Ich weiß es nicht mehr. Früher war ich mir so sicher, dass ich viele Sprachen lernen wollte, um viele schöne Frauen zu treffen, zu verführen und zu ficken, während ich um die Welt bereiste. — fauchte ich sauer zurück.

Sie hörte schweigend zu. 

Meine Wut richtet sich nicht gegen sie, sondern gegen mich selbst, weil ich nicht der Mann werden konnte, der ich sein wollte. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich jetzt ein Schatten meines früheren Ichs bin und das spiegelt sich in der Frau wider, mit der ich jetzt zusammen bin.

Ich sollte ein besserer Mann mit einer erfüllenden Karriere, mehr Geld und unglaublichen Auslandserfahrungen werden. Allerdings fühle ich mich in dem Job festgefahren, von dem ich mir anfangs sagte, dass er nur „vorübergehend“ sei. Ich miete eine Wohnung in dem Land, von dem ich früher sagte, dass ich niemals zurückkehren würde, wenn ich nicht tot wäre. Kein Eigentum, kein echtes Erbe: Fünf Katzen, keine Kinder. 

— Bist du sicher, dass du sie behalten möchtest? – Eris möchte bestätigen, ob ich mich weiterhin um die Fiu-Fiu-Drillinge kümmern möchte, aber zwischen den Zeilen steht das eigentlich Gemeinte, die nicht ausgesprochene Frage: «Bist du sicher, dass du bei mir bleiben willst?».

Ist sie die Frau meines Lebens? Ist sie die beste Frau, die ich je getroffen habe? Was für ein Mann bin ich, um eine Frau wie sie zu verdienen? Welche Art von Frau würde einen Mann wie mich lieben?

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mir diesen wiederkehrenden Fragen stelle. Die Zweifel folgen mir, wohin ich auch gehe, egal wenn es mit unseren Partnerschaft gut läuft und noch nach Monaten herrscht Harmonie wie am ersten Tag. Eris macht mich relativ glücklich: ich fühle mich wohl und kann nicht genug von ihr bekommen. Doch mit der Entdeckung erster Macken und Streitigkeiten schleichen mich Zweifel an unserer Beziehung ein.

— Ja, natürlich. Ich möchte mich zweifeloss für immer um sie kummern.

Mit niemandem kann ich darüber reden. Schreiben ist meine einzige Möglichkeit, diese Zweifel loszulassen. Die stärkste Beziehung, die man jemals haben wird, ist seine Beziehung zu sich selbst. Menschen mögen Menschen, die sich selbst mögen. Vielleicht muss ich klaglos hinnehmen und zurechkommen, womit ich vom Leben kriege. Amor fati.

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Die Katze sind unsere beste Freunde in den schlaflosen Nächte

Die Katze sind unsere beste Freunde in den schlaflosen Nächte. Wo ist die schere, wenn man sie sucht, um das Six Pack zu öffnen? Es spielt keine Rolle mehr, denn ich habe es einfach mit einem Messer geöffnet.

Katara liegt auf dem Stuhl, während Kismet mit einer Plastiktüte um sie spielt. Katara sieht mir immer noch in die Augen. Beide sind meine Eskorte in der Dunkelheit.

Eris und ich haben uns oft bis spät in die Nacht unterhalten. Jetzt schläft sie genau wie die Fiu-Fiu-Fiu-Drillinge und ich kann nur ihre Schlaflosigkeit vermissen. Wenigstens tausch sie mich nicht gegen ein bisschen Schlaf aus.

Katara und Kismet um mich herum lassen mich denken und schreiben, dass ich ein Mensch «von ruhiger, betrachtender Lebensart» sein kann. Auf diese Weise wirken Katara und Kismet wie der Rausch der Zigarette, die in meiner Hand brennt, bis sie in der Stille verschwindet.

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Was ist das beste Teil euren Leben?

[30/9 22:51] Л: Für mich, das ist ein der besten Monate, die ich je gelebt habe. Am diesen selben Monaten, am letzten Jahr, hatte ich nichts, nur Schulden und eine Schlaflosigkeit, die gerade mich in der Nacht und auch in der Morgen hilft zu weiter arbeiten.
[30/9 22:55] Л: Aber, wenn ich ins Bett mit meiner Freundin und den Katze gehe, kann ich sofort einschlafen. Einfach Ruhe.
[30/9 23:06] Л: Am Letzten Jahr war ich in Medellin. Kena und ich hatten gerade wieder zusammengekommen nach einer tieferen Aufspaltung, die in der schmerzvollen Entfernung nicht uns erlaubte zu schlafen.

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Katzen – Ernst Jünger

Ihre Nähe ist gut für Menschen von ruhiger, betrachtender Lebensart. Die alten Frauen lieben sie sehr. .. Dem musischen Menschen leistet die Katze bessere Gesellschaft als der Hund. Sie stört die Gedanken, Träume, Phantasien nicht. Sie ist ihnen sogar günstig durch eine sphinxhafte Ausstrahlung. ..

Richtig ist, dass die Katze nicht an der Person hängt; sie ist nicht treu wie der Hund. Dafür liegt ihr die sklavische Ergebenheit fern. …

Der Katze fehlt die unmittelbare starke Sympathie zur Person, die dem Hunde gegeben ist. Er ist der Begleiter des aktiven, wachsamen Menschen, vor allem des Jägers und des Hirten – schon in den frühesten Lagerfeuern muss er sich zu ihm gesellt haben. Das ist echte Symbiose, ein enges Zusammenleben und auch etwas mehr. ..

Die Katze hingegen ist ein Tier nicht des Lager-, sondern des Herdfeuers. Bei ihr schuf nicht die Lebensart des Menschen, sondern sein Wohnsitz die Gemeinschaft; es ist mehr ein Zusammenwohnen, das sie verbindet – weniger Symbiose als Synözie. …

Es liegt daher in der Natur der Dinge, dass die Katze die Gesellschaft der Einsamen sucht. Sie gehört zur anderen Seite des Menschen – dorthin, wo er behaglich die Muße genießt, wo er Ideen nachhängt, dichtet, phantasiert und träumt.

Quelle: Sämtliche Werke. Zweite Abteilung Essays V. Band 11 Parerga zu “Annäherungen” – Ernst Jünger: Hommage an die Katzen http://denkstil.bankstil.de/ernst-juenger-hommage-an-die-katzen

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